ESG & Sustainability

FTI Consulting-Studie: Das Mainstreaming von ESG-Investitionen im entscheidenden Jahrzehnt für den Klimaschutz

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Globale institutionelle Investoren setzen verstärkt auf ESG, da politische Entscheidungsträger und Aufsichtsbehörden die Offenlegungspflichten verschärfen, so eine neue Studie von FTI Consulting.

Investitionen in Umwelt, Soziales und Governance (ESG) boomen. Nach Untersuchungen der Bank of America hat sich das weltweite Vermögen in ESG-Fonds innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt und wird im April 2021 einen Rekordwert von 1,4 Mrd. USD erreichen, wobei die Investitionsrate etwa dreimal so hoch ist wie die von nicht-ESG-Fonds. Im Jahr 2021 floss den Daten der Bank zufolge rund ein Drittel der weltweiten Aktienzuflüsse in ESG-Fonds. Die Statistiken der globalen Net Zero Asset Managers Initiative sind sogar noch beeindruckender. Die im Dezember 2020 ins Leben gerufene Initiative setzt sich für Investitionen ein, die auf die Erreichung von Net-Zero-Treibhausgasemissionen bis 2050 ausgerichtet sind. Sie hat inzwischen 128 Unterzeichner gewonnen, die ein verwaltetes Vermögen von 43 Billionen USD auf sich vereinen. Anders ausgedrückt: Laut Willis Towers Watson wird das Gesamtvermögen des globalen Vermögensverwaltungssektors auf 100 Billionen USD geschätzt, damit ist fast die Hälfte dieses Vermögens jetzt auf „Net Zero“ ausgerichtet.

ESG und Nachhaltigkeit, die bis vor kurzem noch als Nischeninvestitionen galten, sind aufgrund verschiedener Faktoren in den Mainstream vorgedrungen. Gegen Anfang der COVID-19-Pandemie riefen Wissenschaftler und Nachhaltigkeitsexperten dazu auf, sich dringend mit der Verflechtung der größten globalen Probleme zu befassen. An vorderster Front standen hierbei Führungskräfte der Wirtschaft, wie zum Beispiel das Weltwirtschaftsforum (WEF), die zu einem “großen Umbruch” aufriefen. Damit ist die Erwartung verbunden, dass Unternehmen neue Praktiken und Geschäftsmodelle entwickeln, die ESG-Strategien Priorität einräumen. Der International Business Council des WEF bezeichnete dies als “Stakeholder-Kapitalismus”.

Seitdem haben politische Entscheidungsträger und Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt Maßnahmen ergriffen, um die transparente Offenlegung von ESG-Faktoren in der Entscheidungsfindung von Unternehmen und Investoren zu verbessern.

  • In den USA arbeitet die Börsenaufsichtsbehörde (Securities and Exchange Commission, SEC) daran, verpflichtende Unternehmensangaben zu Klimarisiken und Humankapital zu entwickeln und die Kriterien zu analysieren, die zur Definition von ESG-Fonds verwendet werden sollen.
  • In Großbritannien strebt die Finanzaufsichtsbehörde (Financial Conduct Authority, FCA) an, die Offenlegungspflicht für klimabezogene Chancen und Risiken im Einklang mit der Taskforce on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) bis 2025 auf die gesamte Investitionskette auszudehnen, von Unternehmen über Finanzdienstleister bis hin zu Investoren. Die FCA hat außerdem ein Konsultationsverfahren zur Stärkung von Diversität und Inklusion in den Vorständen und Geschäftsleitungen großer börsennotierter Unternehmen eingeleitet, die eine verstärkte Offenlegung nach dem Grundsatz von “comply or explain” vorsieht. In der Konsultation wird vorgeschlagen, dass der Verwaltungsrat zu 40 % aus Frauen bestehen und mindestens ein Mitglied einer nicht-weißen ethnischen Minderheit angehören soll, wie vom britischen Statistikamt (Office of National Statistics) festgelegt.
  • In Europa verfolgt die Europäische Kommission mehrere Initiativen, darunter die Taxonomie-Verordnung, ein Klassifizierungssystem, das gemeinsame Definitionen für ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten liefert, und die erneuerte Strategie für nachhaltige Finanzen (Sustainable Finance Strategy), die eine Roadmap für Maßnahmen zu internationalen Initiativen für nachhaltige Finanzen enthält. (Eine vollständige Timeline der europäischen Initiativen für nachhaltige Finanzen von FTI Consulting finden Sie hier).

Zusammengenommen stellen diese Maßnahmen eine bedeutende Neukalibrierung des Finanzsystems hin zu mehr Offenlegung und Transparenz bei wichtigen ESG-Themen dar.  Vor diesem Hintergrund hat FTI Consulting eine Studie unter globalen institutionellen Investoren (GII) durchgeführt, deren Ergebnisse in diesem Bericht zusammengefasst sind.

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